Die Stadt St. Gallen verdankt
Namen und Entstehung dem irischen Wandermönch Gallus, der um 612 vom
Bodensee her ins Hochtal der
Steinach kam. Um seine Zelle entstand im 8. Jahrhundert ein Kloster und
später die Stadt. Im Kloster St. Gallen wurden Kunst und Wissenschaft
gepflegt, deren Zeugen heute noch in der weltberühmten
Stiftsbibliothek bestaunt
werden.
Der Grundstock zu deren grossartigem Bücherschatz wurde im Mittelalter
gelegt. Die alten Klostermauern hingegen haben die Zeiten nicht
überdauert; sie wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts abgetragen.
Damals entstand die heutige barocke Anlage mit der glanzvollen
Kathedrale (erbaut 1755-1766).
Bis ins 18. Jahrhundert blühte der Handel des Leinwandgewerbes, später
die Baumwoll- und Stickerei-Industrie. Mit ihren
Textilien trieben die St. Galler Kaufleute seit dem
Spätmittelalter einen regen Handel, zuerst in Europa, später in Asien
und Amerika. Seit 1803 ist St. Gallen Hauptstadt des gleichnamigen
Kantons.